BR-17EN 16931

BR-17: Name des Zahlungsempfängers fehlt

Wenn ein vom Verkäufer abweichender Zahlungsempfänger (BG-10) angegeben wird, muss dessen Name (BT-59) in der Rechnung stehen. Typischer Auslöser: Factoring-Angaben ohne Namensfeld.

Regeltext im Prüfregelwerk

The Payee name (BT-59) shall be provided in the Invoice, if the Payee (BG-10) is different from the Seller (BG-4).

BT-59BG-10BG-4

Diese Regel betrifft nur Rechnungen, in denen das Geld an jemand anderen fließen soll als an den Rechnungssteller, typisch bei Factoring oder Abtretung.

Was die Regel prüft

Die Gruppe „PAYEE" (BG-10, BG = Business Group, eine benannte Feldgruppe der Norm) ist der Zahlungsempfänger, falls er vom Verkäufer (BG-4) abweicht. Wird diese Gruppe in die Rechnung aufgenommen, muss sie zwingend den Namen des Zahlungsempfängers enthalten: BT-59 (BT = Business Term, das nummerierte Einzelfeld der Norm). Eine Payee-Gruppe, die nur eine Kennung oder Bankverbindung trägt, aber keinen Namen, besteht die Prüfung nicht.

Wer keinen abweichenden Zahlungsempfänger hat, lässt BG-10 komplett weg. Dann kann BR-17 nicht auslösen.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Häufigster Auslöser ist Factoring: Die Software trägt die Abtretung ein, befüllt aber nur eine interne Gläubiger-ID oder die IBAN des Factors, nicht dessen Namen. Das Namensfeld bleibt leer oder fehlt ganz.

Zweiter Fall: Die Payee-Gruppe wird versehentlich miterzeugt, obwohl Verkäufer und Zahlungsempfänger identisch sind. Manche Systeme legen ram:PayeeTradeParty immer an und kopieren die Verkäuferdaten unvollständig hinein. Dann ist die richtige Korrektur nicht das Nachtragen des Namens, sondern das Entfernen der ganzen Gruppe.

So behebst du den Fehler

Prüf zuerst, ob du überhaupt einen abweichenden Zahlungsempfänger brauchst. Wenn nein: Payee-Gruppe komplett aus der Datei entfernen. Wenn ja, etwa weil ein Factor die Forderung eingezogen bekommt: Trag den vollständigen Namen des Zahlungsempfängers in BT-59 ein, so wie er auch im Abtretungsvermerk auf der Rechnung steht.

Kontrolliere bei der Gelegenheit die Zahlungsangaben: Die IBAN in der Zahlungsanweisung (BT-84, Regel BR-50) muss dann zum Konto des Factors gehören, sonst zahlt der Kunde an die falsche Stelle.

XML-Beispiel: vorher und nachher

<!-- verletzt BR-17: PayeeTradeParty vorhanden, aber ohne ram:Name -->
<ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>
  <ram:PayeeTradeParty>
    <ram:ID>DE-FACTOR-4711</ram:ID>
  </ram:PayeeTradeParty>
  <!-- … Zahlungsangaben, Steuern, Summen … -->
</ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>
<ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>
  <ram:PayeeTradeParty>
    <ram:ID>DE-FACTOR-4711</ram:ID>
    <ram:Name>Muster Factoring GmbH</ram:Name>
  </ram:PayeeTradeParty>
  <!-- … Zahlungsangaben, Steuern, Summen … -->
</ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>

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