BR-IC-03: USt-IdNrn fehlen bei Nachlass mit innergemeinschaftlicher Lieferung
Ein Nachlass auf Dokumentebene trägt die Steuerkategorie K (innergemeinschaftliche Lieferung), aber es fehlt die USt-IdNr des Verkäufers oder des Käufers. Häufigster Auslöser: die Käufer-USt-IdNr wurde nicht in den Kundenstammdaten erfasst.
An Invoice that contains a Document level allowance (BG-20) where the Document level allowance VAT category code (BT-95) is "Intra-community supply" shall contain the Seller VAT Identifier (BT-31) or the Seller tax representative VAT identifier (BT-63) and the Buyer VAT identifier (BT-48).
BR-IC-03 ist das Gegenstück zu BR-IC-02 für Nachlässe auf Dokumentebene: Sobald irgendein Teil der Rechnung als innergemeinschaftliche Lieferung deklariert ist, verlangt die Norm die Umsatzsteuer-Identifikationsnummern beider Seiten.
Was die Regel prüft
Die Kategorie K steht in der EN 16931 für die innergemeinschaftliche Lieferung, in Deutschland steuerfrei nach § 6a UStG. Trägt ein Nachlass auf Dokumentebene (BG-20, BG = Business Group, eine Feldgruppe der Norm) im Feld BT-95 (BT = Business Term, das nummerierte Einzelfeld) den Kategorie-Code K, dann muss die Rechnung zwei Angaben enthalten:
- die USt-IdNr des Verkäufers (BT-31) oder ersatzweise die seines Steuervertreters (BT-63), und
- die USt-IdNr des Käufers (BT-48).
Das ist fachlich zwingend: Die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung hängt daran, dass der Abnehmer mit einer gültigen USt-IdNr eines anderen EU-Mitgliedstaats auftritt.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Der häufigste Fall: Die eigene USt-IdNr ist in den Stammdaten hinterlegt, aber die des EU-Kunden fehlt, weil sie im Kundenstamm nie erfasst wurde. Auf der Papierrechnung steht sie vielleicht im Adressblock, in der XML fehlt das strukturierte Feld.
Zweiter Fall: Der Verkäufer hat nur seine Steuernummer (BT-32) hinterlegt, nicht die USt-IdNr. Für Inlandsrechnungen reicht das, für Kategorie K nicht.
Dritter Fall: Nur der Nachlass wurde versehentlich auf K gesetzt, die Positionen stehen auf S (19 %). Dann ist nicht die USt-IdNr das Problem, sondern der falsche Kategorie-Code am Nachlass.
So behebst du den Fehler
Prüf zuerst, ob die Kategorie K am Nachlass überhaupt stimmt. Wenn ja: Trag die USt-IdNr des Verkäufers (Format DE + 9 Ziffern) und die des Käufers als strukturierte Felder ein, nicht nur als Text im Adressblock. In Belegschmied gehören beide in die Stammdaten (Einstellungen bzw. Kundendatensatz) und fließen von dort automatisch in die XML.
XML-Beispiel: vorher und nachher
<!-- verletzt BR-IC-03: Nachlass mit Kategorie K, aber keine USt-IdNrn in der Rechnung -->
<ram:SellerTradeParty>
<ram:Name>Weber Metallbau GmbH</ram:Name>
<!-- … keine SpecifiedTaxRegistration … -->
</ram:SellerTradeParty>
<!-- … -->
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>false</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
<ram:ActualAmount>100.00</ram:ActualAmount>
<ram:CategoryTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>K</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
</ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<!-- korrigiert: USt-IdNr bei Verkäufer (BT-31) und Käufer (BT-48) -->
<ram:SellerTradeParty>
<ram:Name>Weber Metallbau GmbH</ram:Name>
<ram:SpecifiedTaxRegistration>
<ram:ID schemeID="VA">DE812345678</ram:ID>
</ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:SellerTradeParty>
<ram:BuyerTradeParty>
<ram:Name>Alpen Montagen GmbH</ram:Name>
<ram:SpecifiedTaxRegistration>
<ram:ID schemeID="VA">ATU12345678</ram:ID>
</ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:BuyerTradeParty>
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