BR-S-03EN 16931

BR-S-03: Nachlass mit Standardsteuersatz, aber keine Verkäufer-USt-ID

Trägt ein Nachlass auf Dokumentebene die Kategorie S (Standardsatz), muss die Rechnung eine USt-IdNr. oder Steuernummer des Verkäufers enthalten. Der Auslöser liegt fast nie beim Nachlass selbst.

Regeltext im Prüfregelwerk

An Invoice that contains a Document level allowance (BG-20) where the Document level allowance VAT category code (BT-95) is "Standard rated" shall contain the Seller VAT Identifier (BT-31), the Seller tax registration identifier (BT-32) and/or the Seller tax representative VAT identifier (BT-63).

BG-20BT-95BT-31BT-32BT-63

BR-S-03 ist die Nachlass-Variante von BR-S-02: Auch ein Rabatt mit Standardsteuersatz (Kategorie S, in Deutschland 19 % oder 7 %) macht die Rechnung zu einer steuerpflichtigen Rechnung, für die der Verkäufer steuerlich identifizierbar sein muss.

Was die Regel prüft

Enthält die Rechnung einen Nachlass auf Dokumentebene (BG-20, etwa einen Gesamtrabatt), dessen Steuerkategorie (BT-95, BT steht für Business Term, das nummerierte Feld der Norm) S ist, muss mindestens eine dieser Angaben vorhanden sein: die USt-IdNr. des Verkäufers (BT-31), seine Steuernummer (BT-32) oder die USt-IdNr. eines Steuervertreters (BT-63). BR-S-02 prüft dieselbe Bedingung für Positionen, BR-S-04 für Zuschläge.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Der Auslöser ist praktisch nie der Nachlass, sondern die fehlende Steuerregistrierung: Die USt-IdNr. steht im Briefkopf des PDFs, aber nicht als strukturiertes Feld im XML. Weil auf einer normalen Rechnung meist auch die Positionen S tragen, meldet der Validator BR-S-02 und BR-S-03 dann gemeinsam.

Eigenständig schlägt die Regel zu, wenn ein Nachlass die einzige S-Angabe der Rechnung ist, zum Beispiel wenn eine ansonsten steuerbefreite Rechnung einen Rabatt trägt, dem die Software aus dem Standardprofil die Kategorie S mitgibt. Dann ist meist die Kategorie des Nachlasses falsch, nicht die USt-ID.

So behebst du den Fehler

Hinterleg USt-IdNr. oder Steuernummer in den Firmenstammdaten, das behebt die ganze Regelgruppe auf einmal. Prüf zusätzlich, ob die Kategorie des Nachlasses zur Rechnung passt: Ein Rabatt muss steuerlich dieselbe Kategorie tragen wie die Umsätze, die er mindert. Belegschmied übernimmt die Steuerkategorie von Nachlässen automatisch aus den Positionen und schreibt die USt-IdNr. aus den Firmendaten in jedes Dokument.

XML-Beispiel: vorher und nachher

<!-- verletzt BR-S-03: Nachlass mit Kategorie S, aber keine Steuerregistrierung des Verkäufers -->
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
  <ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>false</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
  <ram:ActualAmount>50.00</ram:ActualAmount>
  <ram:Reason>Treuerabatt</ram:Reason>
  <ram:CategoryTradeTax>
    <ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
    <ram:CategoryCode>S</ram:CategoryCode>
    <ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
  </ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<!-- … SellerTradeParty ohne SpecifiedTaxRegistration -->
<!-- korrigiert: USt-IdNr. beim Verkäufer ergänzt -->
<ram:SellerTradeParty>
  <ram:Name>Müller Haustechnik GmbH</ram:Name>
  <ram:PostalTradeAddress><!-- … --></ram:PostalTradeAddress>
  <ram:SpecifiedTaxRegistration>
    <ram:ID schemeID="VA">DE123456789</ram:ID>
  </ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:SellerTradeParty>

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