BR-S-04: Zuschlag mit Standardsteuersatz, aber keine Verkäufer-USt-ID
Trägt ein Zuschlag auf Dokumentebene die Kategorie S (Standardsatz), muss die Rechnung eine USt-IdNr. oder Steuernummer des Verkäufers enthalten. Typischer Kandidat: die Versandkostenpauschale.
An Invoice that contains a Document level charge (BG-21) where the Document level charge VAT category code (BT-102) is "Standard rated" shall contain the Seller VAT Identifier (BT-31), the Seller tax registration identifier (BT-32) and/or the Seller tax representative VAT identifier (BT-63).
BR-S-04 ist die Zuschlags-Variante von BR-S-02: Auch wenn nur ein Zuschlag wie eine Versand- oder Anfahrtspauschale den Standardsteuersatz (Kategorie S, 19 % oder 7 %) trägt, muss der Verkäufer steuerlich identifizierbar sein.
Was die Regel prüft
Enthält die Rechnung einen Zuschlag auf Dokumentebene (BG-21), dessen Steuerkategorie (BT-102, BT steht für Business Term, das nummerierte Feld der Norm) S ist, muss mindestens eine dieser Angaben im XML stehen: die USt-IdNr. des Verkäufers (BT-31), seine Steuernummer (BT-32) oder die USt-IdNr. eines Steuervertreters (BT-63). Die Parallelregeln sind BR-S-02 für Positionen und BR-S-03 für Nachlässe.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Wie in der ganzen Regelgruppe ist die eigentliche Ursache fast immer die fehlende Steuerregistrierung in den Stammdaten: Die Nummer steht im Layout, aber nicht als Datenfeld im XML. Auf normalen Rechnungen tragen auch die Positionen S, dann erscheinen BR-S-02 bis BR-S-04 als Meldungspaket.
Eigenständig trifft die Regel Rechnungen, bei denen der Zuschlag die einzige S-Angabe ist: etwa eine Reverse-Charge-Rechnung (Kategorie AE), bei der die Software der Versandpauschale aus dem Standardprofil trotzdem S mit 19 % zuweist. Dann ist die Kategorie des Zuschlags das eigentliche Problem, denn Nebenleistungen teilen steuerlich das Schicksal der Hauptleistung.
So behebst du den Fehler
Hinterleg USt-IdNr. oder Steuernummer in den Firmenstammdaten deiner Software. Kontrolliere außerdem, dass Zuschläge dieselbe Steuerkategorie tragen wie die Leistungen, zu denen sie gehören. Belegschmied zieht die USt-IdNr. aus den Firmendaten und übernimmt für Zuschläge die Kategorie der zugehörigen Umsätze automatisch.
XML-Beispiel: vorher und nachher
<!-- verletzt BR-S-04: Zuschlag mit Kategorie S, Verkäufer ohne Steuerregistrierung -->
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>true</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
<ram:ActualAmount>15.00</ram:ActualAmount>
<ram:Reason>Versandkosten</ram:Reason>
<ram:CategoryTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>S</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
</ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<!-- … SellerTradeParty ohne SpecifiedTaxRegistration -->
<!-- korrigiert: USt-IdNr. beim Verkäufer ergänzt -->
<ram:SellerTradeParty>
<ram:Name>Müller Haustechnik GmbH</ram:Name>
<ram:PostalTradeAddress><!-- … --></ram:PostalTradeAddress>
<ram:SpecifiedTaxRegistration>
<ram:ID schemeID="VA">DE123456789</ram:ID>
</ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:SellerTradeParty>
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Gepflegt von Emilio Irmscher, Gründer von Belegschmied. Über den Autor