Belegschmied
PEPPOL-EN16931-R010PEPPOL

PEPPOL-EN16931-R010: Elektronische Adresse des Käufers fehlt

Die Rechnung muss eine elektronische Adresse des Käufers (BT-49) mit Schema-Kennung enthalten. Häufigster Auslöser: für den Kunden ist keine E-Mail- oder Peppol-Adresse hinterlegt.

Regeltext im Prüfregelwerk

Buyer electronic address MUST be provided

BT-49

Diese Regel stammt aus dem Peppol-Regelwerk, trifft aber auch XRechnung-Ersteller: Die XRechnung hat die Peppol-Prüfungen übernommen, deshalb scheitert auch eine per Mail verschickte XRechnung ohne Käufer-Adresse an R010.

Was die Regel prüft

Die Rechnung muss eine elektronische Adresse des Käufers (BT-49, BT = Business Term, das nummerierte Feld der Norm) enthalten. Das ist die Adresse, unter der der Empfänger elektronisch erreichbar ist: im Peppol-Netz seine Teilnehmerkennung, außerhalb typischerweise eine E-Mail-Adresse. Zur Adresse gehört zwingend eine Schema-Kennung (schemeID), die sagt, um welche Art Adresse es sich handelt, etwa EM für E-Mail oder 9930 für eine deutsche USt-IdNr. als Peppol-Kennung. Fehlt die Schema-Kennung, meldet der Validator zusätzlich BR-63.

Nicht verwechseln: Die Leitweg-ID deutscher Behörden ist die Käufer-Referenz (BT-10), nicht BT-49. Beide Felder sind unabhängig voneinander Pflicht.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Der häufigste Auslöser ist schlicht ein fehlender Stammdatensatz: Für den Kunden ist keine E-Mail-Adresse hinterlegt, und die Software lässt das Element dann weg. Da BT-49 nach der Basisnorm EN 16931 optional ist, fällt das erst bei der XRechnung- oder Peppol-Validierung auf, nicht bei einem reinen EN-16931-Check von ZUGFeRD.

Zweiter Fall: Die Adresse steht in der XML, aber im falschen Feld, etwa als Kontakt-E-Mail (BT-58) im ram:DefinedTradeContact des Käufers. Der Kontaktblock ersetzt die elektronische Adresse nicht, R010 prüft ausschließlich die ram:URIUniversalCommunication unter dem Käufer.

So behebst du den Fehler

Hinterleg beim Kunden eine elektronische Adresse und gib sie mit passender Schema-Kennung aus: eine E-Mail-Adresse mit schemeID="EM", eine Peppol-Teilnehmerkennung mit ihrem EAS-Code (für deutsche USt-IdNrn. 9930). In Belegschmied genügt es, beim Kunden die E-Mail-Adresse zu pflegen, sie wird automatisch als BT-49 geschrieben.

XML-Beispiel: vorher und nachher

Der Käufer hat Namen und Anschrift, aber keine elektronische Adresse:

<!-- verletzt PEPPOL-EN16931-R010: keine URIUniversalCommunication beim Käufer -->
<ram:BuyerTradeParty>
  <ram:Name>Bauunternehmen Krause GmbH</ram:Name>
  <ram:PostalTradeAddress><!-- … --></ram:PostalTradeAddress>
</ram:BuyerTradeParty>

Korrigiert mit E-Mail-Adresse als BT-49:

<ram:BuyerTradeParty>
  <ram:Name>Bauunternehmen Krause GmbH</ram:Name>
  <ram:PostalTradeAddress><!-- … --></ram:PostalTradeAddress>
  <ram:URIUniversalCommunication>
    <ram:URIID schemeID="EM">rechnung@krause-bau.de</ram:URIID>
  </ram:URIUniversalCommunication>
</ram:BuyerTradeParty>

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Gepflegt von Emilio Irmscher, Gründer von Belegschmied. Über den Autor