PEPPOL-EN16931-R061PEPPOL

PEPPOL-EN16931-R061: Mandatsreferenz fehlt bei Lastschrift

Die Rechnung nennt Lastschrift als Zahlungsweg (Code 59), enthält aber keine SEPA-Mandatsreferenz (BT-89). Meist übernimmt die Software den Zahlungsweg aus den Stammdaten, die Mandatsdaten aber nicht.

Regeltext im Prüfregelwerk

Mandate reference MUST be provided for direct debit.

BT-89BT-81BG-19

Wer per SEPA-Lastschrift einzieht, verweist damit auf ein bestehendes Mandat des Kunden. Diese Regel stellt sicher, dass die Rechnung sagt, welches.

Was die Regel prüft

Steht im Zahlungsmittel-Code (BT-81, das nummerierte Feld der Norm heißt Business Term, kurz BT) der Wert 59 für SEPA-Lastschrift, dann muss die Rechnung eine Mandatsreferenz (BT-89) enthalten. Das ist die Kennung, unter der der Kunde dir das Lastschriftmandat erteilt hat und die auch auf seinem Kontoauszug erscheint.

Die XRechnung verlangt für Lastschriften zusätzlich die komplette Gruppe BG-19 mit Gläubiger-ID (BT-90, geprüft von BR-DE-30) und dem zu belastenden Konto (BT-91, BR-DE-31). PEPPOL-EN16931-R061 ist der PEPPOL-Baustein derselben Familie und prüft nur die Mandatsreferenz.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Der häufigste Fall: In der Rechnungssoftware ist beim Kunden „Zahlung per Lastschrift" hinterlegt, also schreibt sie Code 59 in die XML. Die Mandatsverwaltung läuft aber getrennt davon, etwa im Banking-Tool oder auf Papier, und die Referenz wurde nie in den Kundenstamm eingetragen. Der Zahlungsweg steht dann in der Rechnung, das Mandat nicht.

Zweiter Fall: Code 59 wird versehentlich gesetzt, obwohl der Kunde gar nicht per Lastschrift zahlt, zum Beispiel als Standardwert eines Exports. Dann ist nicht die fehlende Referenz das Problem, sondern der falsche Zahlungsmittel-Code.

So behebst du den Fehler

Prüfe zuerst, ob Lastschrift überhaupt stimmt. Wenn der Kunde per Überweisung zahlt, setz den Zahlungsmittel-Code auf 58 (SEPA-Überweisung) und gib deine IBAN an, dann ist keine Mandatsreferenz nötig.

Zieht ihr tatsächlich per Lastschrift ein, trag die Mandatsreferenz aus eurem SEPA-Mandat in die Rechnung ein (BT-89). Für eine XRechnung brauchst du zusätzlich Gläubiger-ID und die IBAN des Kunden. Am besten hinterlegst du alle drei Angaben einmal im Kundenstamm deiner Software, damit sie in jede Folgerechnung einfließen.

XML-Beispiel: vorher und nachher

Zahlungsweg Lastschrift ist gesetzt, aber ohne Mandatsdaten:

<!-- verletzt PEPPOL-EN16931-R061: Code 59 ohne Mandatsreferenz -->
<ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>
  <ram:SpecifiedTradePaymentMeans>
    <ram:TypeCode>59</ram:TypeCode>
  </ram:SpecifiedTradePaymentMeans>
  <!-- … -->
</ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>

Korrigiert mit Mandatsreferenz (BT-89), Gläubiger-ID (BT-90) und Kunden-IBAN (BT-91):

<ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>
  <ram:CreditorReferenceID>DE98ZZZ09999999999</ram:CreditorReferenceID>
  <ram:SpecifiedTradePaymentMeans>
    <ram:TypeCode>59</ram:TypeCode>
    <ram:PayerPartyDebtorFinancialAccount>
      <ram:IBANID>DE02120300000000202051</ram:IBANID>
    </ram:PayerPartyDebtorFinancialAccount>
  </ram:SpecifiedTradePaymentMeans>
  <!-- … -->
  <ram:SpecifiedTradePaymentTerms>
    <ram:DirectDebitMandateID>MANDAT-2026-0815</ram:DirectDebitMandateID>
  </ram:SpecifiedTradePaymentTerms>
</ram:ApplicableHeaderTradeSettlement>

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