BR-AE-02EN 16931

BR-AE-02: Rechnungszeile mit Reverse Charge, aber USt-IdNr. fehlt

Eine Rechnungszeile trägt die Steuerkategorie AE (Reverse Charge), aber die Rechnung enthält nicht die USt-IdNr. von Verkäufer und Käufer. Meist fehlt die des Käufers.

Regeltext im Prüfregelwerk

An Invoice that contains an Invoice line (BG-25) where the Invoiced item VAT category code (BT-151) is "Reverse charge" shall contain the Seller VAT Identifier (BT-31), the Seller Tax registration identifier (BT-32) and/or the Seller tax representative VAT identifier (BT-63) and the Buyer VAT identifier (BT-48) and/or the Buyer legal registration identifier (BT-47).

BG-25BT-151BT-31BT-32BT-63BT-48BT-47

AE ist der Kategorie-Code für Reverse Charge, die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft nach §13b UStG. Im Handwerk ist das der Standardfall bei Bauleistungen zwischen Unternehmern: Der Käufer schuldet die Umsatzsteuer, der Verkäufer weist keine aus.

Was die Regel prüft

Sobald mindestens eine Rechnungszeile (BG-25, ein Business-Term-Block der Norm) im Feld BT-151 die Steuerkategorie AE trägt, muss die Rechnung beide Parteien steuerlich identifizieren:

  • die USt-IdNr. des Verkäufers (BT-31), ersatzweise seine Steuernummer (BT-32) oder die USt-IdNr. eines Steuervertreters (BT-63), und
  • die USt-IdNr. des Käufers (BT-48), ersatzweise dessen Registernummer (BT-47, etwa die Handelsregisternummer).

Der Grund: Bei Reverse Charge geht die Steuerschuld auf den Käufer über. Das Finanzamt muss beide Seiten des Vorgangs zuordnen können, deshalb reicht die Identifikation des Verkäufers allein nicht.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Der mit Abstand häufigste Auslöser ist die fehlende Käufer-USt-IdNr. Bei normalen Inlandsrechnungen mit 19 % wird sie nie verlangt, deshalb steht sie in vielen Kundenstammdaten schlicht nicht drin. Die erste §13b-Rechnung an diesen Kunden macht sie dann zur Pflicht, und der Validator lehnt ab.

Zweiter Fall: Die eigene USt-IdNr. fehlt in den Firmenstammdaten, weil dort nur die Steuernummer hinterlegt ist und die Software sie nicht als BT-32 in die XML schreibt. Dann schlagen meist gleich mehrere Regeln der AE-Serie zusammen fehl, etwa BR-AE-03 und BR-AE-04 für Nachlässe und Zuschläge mit derselben Kategorie.

So behebst du den Fehler

Trage die USt-IdNr. des Kunden in dessen Stammdaten ein, damit sie als BT-48 in die Rechnung fließt. Kennst du sie nicht, frag sie ab: Bei §13b-Leistungen brauchst du sie ohnehin für die Zusammenfassende Meldung bzw. die Prüfung der Unternehmereigenschaft. Die eigene USt-IdNr. gehört fest in die Firmenstammdaten. In Belegschmied hinterlegst du beides einmal, die Prüfung vor dem Versand fängt den Fehler ab.

XML-Beispiel: vorher und nachher

<!-- verletzt BR-AE-02: Zeile mit AE, aber BuyerTradeParty ohne USt-IdNr. -->
<ram:BuyerTradeParty>
  <ram:Name>Bau GmbH</ram:Name>
  <!-- … keine ram:SpecifiedTaxRegistration -->
</ram:BuyerTradeParty>
<!-- … in der Rechnungszeile: -->
<ram:ApplicableTradeTax>
  <ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
  <ram:CategoryCode>AE</ram:CategoryCode>
  <ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
<ram:SellerTradeParty>
  <!-- … -->
  <ram:SpecifiedTaxRegistration>
    <ram:ID schemeID="VA">DE123456789</ram:ID>
  </ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:SellerTradeParty>
<ram:BuyerTradeParty>
  <ram:Name>Bau GmbH</ram:Name>
  <ram:SpecifiedTaxRegistration>
    <ram:ID schemeID="VA">DE987654321</ram:ID>
  </ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:BuyerTradeParty>

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