BR-AE-03EN 16931

BR-AE-03: Nachlass mit Reverse Charge, aber USt-IdNr. fehlt

Ein Nachlass auf Dokumentebene trägt die Steuerkategorie AE (Reverse Charge), aber die Rechnung enthält nicht die USt-IdNr. von Verkäufer und Käufer. Meist fehlt die des Käufers.

Regeltext im Prüfregelwerk

An Invoice that contains a Document level allowance (BG-20) where the Document level allowance VAT category code (BT-95) is "Reverse charge" shall contain the Seller VAT Identifier (BT-31), the Seller tax registration identifier (BT-32) and/or the Seller tax representative VAT identifier (BT-63) and the Buyer VAT identifier (BT-48) and/or the Buyer legal registration identifier (BT-47).

BG-20BT-95BT-31BT-32BT-63BT-48

AE ist der Kategorie-Code für Reverse Charge, also die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft nach §13b UStG, im Handwerk vor allem bei Bauleistungen zwischen Unternehmern. Sobald AE irgendwo in der Rechnung auftaucht, und sei es nur an einem Rabatt, verlangt die Norm die steuerliche Identifikation beider Parteien.

Was die Regel prüft

Trägt ein Nachlass auf Dokumentebene (BG-20, ein Business-Term-Block der Norm, etwa ein Rabatt auf die Gesamtsumme) im Feld BT-95 die Steuerkategorie AE, muss die Rechnung enthalten:

  • die USt-IdNr. des Verkäufers (BT-31), ersatzweise seine Steuernummer (BT-32) oder die USt-IdNr. eines Steuervertreters (BT-63), und
  • die USt-IdNr. des Käufers (BT-48).

Bei Reverse Charge schuldet der Käufer die Steuer, deshalb reicht die Identifikation des Verkäufers allein nicht aus.

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

Der häufigste Auslöser ist die fehlende Käufer-USt-IdNr.: Bei normalen Inlandsrechnungen mit 19 % wird sie nie gebraucht und steht deshalb oft nicht in den Kundenstammdaten. Erst die erste Reverse-Charge-Rechnung an diesen Kunden macht sie zur Pflicht.

Zweiter Fall: Der Nachlass erbt die Kategorie AE automatisch von den Positionen, ohne dass dem Ersteller bewusst ist, dass damit die Anforderungen der AE-Serie auch für den Nachlass gelten. Die Meldung kommt dann zusammen mit BR-AE-02 (dieselbe Prüfung für Rechnungszeilen).

So behebst du den Fehler

Erfasse die USt-IdNr. des Kunden und trage sie als BT-48 in die Rechnung ein; die eigene USt-IdNr. (BT-31) gehört fest in die Firmenstammdaten. In Belegschmied hinterlegst du beides einmal in den Stammdaten bzw. am Kunden, die Prüfung vor dem Versand fängt den Fehler ab.

XML-Beispiel: vorher und nachher

<!-- verletzt BR-AE-03: Nachlass mit AE, aber BuyerTradeParty ohne USt-IdNr. -->
<ram:BuyerTradeParty>
  <ram:Name>Bau GmbH</ram:Name>
  <!-- … keine ram:SpecifiedTaxRegistration -->
</ram:BuyerTradeParty>
<!-- … -->
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
  <ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>false</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
  <ram:ActualAmount>150.00</ram:ActualAmount>
  <ram:Reason>Rabatt</ram:Reason>
  <ram:CategoryTradeTax>
    <ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
    <ram:CategoryCode>AE</ram:CategoryCode>
    <ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
  </ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:SellerTradeParty>
  <!-- … -->
  <ram:SpecifiedTaxRegistration>
    <ram:ID schemeID="VA">DE123456789</ram:ID>
  </ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:SellerTradeParty>
<ram:BuyerTradeParty>
  <!-- … -->
  <ram:SpecifiedTaxRegistration>
    <ram:ID schemeID="VA">DE987654321</ram:ID>
  </ram:SpecifiedTaxRegistration>
</ram:BuyerTradeParty>

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