BR-CO-14EN 16931

BR-CO-14: Gesamtsteuerbetrag passt nicht zur Steueraufschlüsselung

Der ausgewiesene Umsatzsteuer-Gesamtbetrag (BT-110) muss der Summe der Steuerbeträge aller Steuerkategorien (BT-117) entsprechen. Bricht meist durch Rundung über mehrere Steuersätze hinweg.

Regeltext im Prüfregelwerk

Invoice total VAT amount (BT-110) = Σ VAT category tax amount (BT-117).

BT-110BT-117BG-23

Diese Meldung taucht fast nur bei Rechnungen mit mehreren Steuersätzen auf, in Deutschland typisch bei gemischten Rechnungen mit 19 % und 7 %. Der Validator vergleicht den Gesamtsteuerbetrag mit den Beträgen der einzelnen Steuergruppen.

Was die Regel prüft

Die Norm nummeriert ihre Felder als Business Terms (BT) und Gruppen als Business Groups (BG). Jede E-Rechnung enthält eine Steueraufschlüsselung: pro Kombination aus Steuerkategorie und Steuersatz eine Gruppe BG-23 mit dem Steuerbetrag in BT-117 (CII: ram:ApplicableTradeTax / ram:CalculatedAmount). Der Gesamtsteuerbetrag BT-110 (CII: ram:TaxTotalAmount in der Summenzeile) muss exakt die Summe dieser Einzelbeträge sein:

BT-110 = BT-117 (19 %-Gruppe) + BT-117 (7 %-Gruppe) + …

Warum sie in der Praxis fehlschlägt

  1. Rundung über den Gesamtbetrag statt pro Gruppe. Die Software berechnet die Steuer als 19 % bzw. 7 % auf die jeweilige Bemessungsgrundlage und rundet erst die Gesamtsumme. Die Norm verlangt es andersherum: erst jede Gruppe auf zwei Nachkommastellen runden (das prüft BR-CO-17), dann die gerundeten Beträge addieren. Beide Wege können sich um einen Cent unterscheiden.
  2. Steuer pro Position summiert. Manche Systeme rechnen die Umsatzsteuer je Rechnungszeile aus und addieren die Zeilensteuern zu BT-110. Die Aufschlüsselung BG-23 wird aber aus den Nettosummen pro Satz berechnet, dadurch entstehen Cent-Differenzen.
  3. Eine Steuergruppe fehlt. Bei nachträglich ergänzten Positionen mit abweichendem Steuersatz wird BT-110 aktualisiert, die zugehörige BG-23-Gruppe aber nicht angelegt (oder umgekehrt).

So behebst du den Fehler

Bilde für jeden Steuersatz die Nettobemessungsgrundlage, berechne daraus den Steuerbetrag, runde ihn auf zwei Nachkommastellen und schreibe ihn in die jeweilige BG-23-Gruppe. BT-110 ist danach stur die Summe dieser gerundeten Werte, keine eigene Rechnung. Wenn deine Software die Steuer pro Position ermittelt, muss sie für die E-Rechnung trotzdem auf Gruppenebene neu runden.

Belegschmied berechnet Steueraufschlüsselung und Gesamtsteuer in genau dieser Reihenfolge, die Differenz kann dort nicht auftreten.

XML-Beispiel: vorher und nachher

<!-- verletzt BR-CO-14: 19,00 + 3,50 = 22,50, ausgewiesen sind 22,49 -->
<ram:ApplicableTradeTax>
  <ram:CalculatedAmount>19.00</ram:CalculatedAmount>
  <ram:BasisAmount>100.00</ram:BasisAmount>
  <ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
<ram:ApplicableTradeTax>
  <ram:CalculatedAmount>3.50</ram:CalculatedAmount>
  <ram:BasisAmount>50.00</ram:BasisAmount>
  <ram:RateApplicablePercent>7</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
<!-- … -->
<ram:TaxTotalAmount currencyID="EUR">22.49</ram:TaxTotalAmount>
<!-- korrigiert: Gesamtsteuer = Summe der gerundeten Gruppenbeträge -->
<ram:TaxTotalAmount currencyID="EUR">22.50</ram:TaxTotalAmount>

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