BR-E-08: Bemessungsgrundlage der Kategorie E stimmt nicht mit den Positionen überein
Die Bemessungsgrundlage in der USt-Aufschlüsselung der Kategorie E (steuerbefreit) muss der Summe aller E-Positionen abzüglich E-Nachlässen plus E-Zuschlägen entsprechen. Meist stimmt die Summenbildung der Software nicht.
In a VAT breakdown (BG-23) where the VAT category code (BT-118) is "Exempt from VAT" the VAT category taxable amount (BT-116) shall equal the sum of Invoice line net amounts (BT-131) minus the sum of Document level allowance amounts (BT-92) plus the sum of Document level charge amounts (BT-99) where the VAT category codes (BT-151, BT-95, BT-102) are "Exempt from VAT".
BR-E-08 ist die Rechenprüfung der E-Serie: Sie gleicht die Bemessungsgrundlage im Steuerteil gegen die Einzelbeträge der Rechnung ab. Ob die E-Gruppe überhaupt existiert, prüft vorher BR-E-01.
Was die Regel prüft
Die Kategorie E steht für „Exempt from VAT": steuerbefreite Umsätze, in Deutschland typischerweise Befreiungen nach §4 UStG. In der Umsatzsteuer-Aufschlüsselung (BG-23, ein Business-Group-Block der Norm EN 16931) mit Kategorie-Code E (BT-118, BT = Business Term, das nummerierte Feld der Norm) muss die Bemessungsgrundlage (BT-116) exakt dieser Formel folgen:
BT-116 (Kategorie E)
= Σ Nettobeträge aller Rechnungszeilen mit BT-151 = E (BT-131)
− Σ Nachlässe auf Dokumentenebene mit BT-95 = E (BT-92)
+ Σ Zuschläge auf Dokumentenebene mit BT-102 = E (BT-99)
Es zählen also nur die Beträge, die selbst die Kategorie E tragen, nicht die Gesamtsumme der Rechnung.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Häufigster Fall in Mischrechnungen: Die Software schreibt in die E-Gruppe die Summe aller Positionen statt nur der befreiten, oder umgekehrt landet eine befreite Position rechnerisch in der 19-%-Gruppe, weil ihr Steuerschlüssel im Steuerteil anders gemappt wird als an der Zeile.
Zweiter Fall: Ein Nachlass oder Zuschlag mit Kategorie E wird zwar im Dokumentteil ausgewiesen, aber bei der Bildung der Bemessungsgrundlage vergessen. Die Differenz ist dann genau der Nachlass- bzw. Zuschlagsbetrag.
Dritter Fall: Rundung. Wer die Bemessungsgrundlage aus gerundeten Zwischensummen zusammensetzt statt aus den Zeilen-Nettobeträgen, liegt schnell einen Cent daneben, und die Regel verlangt exakte Gleichheit.
So behebst du den Fehler
Rechne die Formel von Hand nach: alle Zeilen-Nettobeträge mit Kategorie E addieren, E-Nachlässe abziehen, E-Zuschläge addieren, und das Ergebnis in BT-116 der E-Gruppe eintragen. Weicht ein einzelner Posten ab, prüf dessen Kategorie-Zuordnung an der Zeile. Belegschmied berechnet die Aufschlüsselung immer aus den Positionsdaten, dort kann die Summe nicht von den Zeilen abweichen.
XML-Beispiel: vorher und nachher
Zwei befreite Positionen über 250,00 und 150,00 EUR, aber die E-Gruppe nennt eine falsche Basis:
<!-- verletzt BR-E-08: Basis 1000.00 statt 400.00 (Summe der E-Zeilen) -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:CalculatedAmount>0.00</ram:CalculatedAmount>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:ExemptionReason>Steuerfreie Leistung gemäß §4 UStG</ram:ExemptionReason>
<ram:BasisAmount>1000.00</ram:BasisAmount>
<ram:CategoryCode>E</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
<!-- korrigiert: Basis = 250.00 + 150.00 -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:CalculatedAmount>0.00</ram:CalculatedAmount>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:ExemptionReason>Steuerfreie Leistung gemäß §4 UStG</ram:ExemptionReason>
<ram:BasisAmount>400.00</ram:BasisAmount>
<ram:CategoryCode>E</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
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Gepflegt von Emilio Irmscher, Gründer von Belegschmied. Über den Autor