BR-O-11: Neben Kategorie O sind keine weiteren Steueraufschlüsselungen erlaubt
Enthält die Rechnung eine Steueraufschlüsselung mit Kategorie O (nicht steuerbar), darf es keine zweite Aufschlüsselungsgruppe geben. Gemischte Rechnungen mit O sind unzulässig.
An Invoice that contains a VAT breakdown group (BG-23) with a VAT category code (BT-118) "Not subject to VAT" shall not contain other VAT breakdown groups (BG-23).
Die Kategorie O (Not subject to VAT) kennzeichnet Vorgänge außerhalb des Umsatzsteuersystems. Die Norm behandelt sie als Alles-oder-nichts: Eine Rechnung ist entweder komplett nicht steuerbar oder gar nicht. BR-O-11 setzt das auf Ebene der Summenblöcke durch.
Was die Regel prüft
Sobald die Rechnung eine Steueraufschlüsselung (BG-23, der Summenblock je Steuerkategorie) mit dem Kategorie-Code O (BT-118, BT steht für Business Term, das nummerierte Feld der Norm) enthält, darf keine weitere Aufschlüsselungsgruppe existieren, auch keine zweite mit O. Die Geschwisterregeln greifen auf den anderen Ebenen: BR-O-12 verbietet abweichende Kategorien in den Positionen, BR-O-13 und BR-O-14 in Nachlässen und Zuschlägen auf Dokumentebene.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Typischer Auslöser ist eine gemischte Rechnung: reguläre Leistungen mit 19 % plus ein durchlaufender Posten oder eine Schadensersatzposition, die als nicht steuerbar markiert wurde. Die Software legt pro Kategorie brav einen Summenblock an, also S und O nebeneinander, und genau diese Kombination verbietet die Regel.
Seltener: Die Software erzeugt pro Position eine eigene Aufschlüsselung statt pro Kategorie zu aggregieren. Zwei O-Positionen ergeben dann zwei O-Gruppen, was ebenfalls gegen die Regel verstößt.
So behebst du den Fehler
Ist die ganze Rechnung nicht steuerbar, aggregiere alle Beträge in genau einer O-Aufschlüsselung. Ist nur ein Teil nicht steuerbar, trenne die Vorgänge auf zwei Rechnungen: eine reguläre mit S und eine nicht steuerbare mit O. War O nur ein falsch gewählter Null-Prozent-Code, ersetze ihn durch die fachlich richtige Kategorie (E, AE oder K), dann sind auch mehrere Gruppen nebeneinander wieder zulässig. Belegschmied lässt O nur als einzige Kategorie einer Rechnung zu, sodass die Kollision beim Erstellen gar nicht entsteht.
XML-Beispiel: vorher und nachher
<!-- verletzt BR-O-11: O-Aufschlüsselung neben einer S-Aufschlüsselung -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:CalculatedAmount>0.00</ram:CalculatedAmount>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:BasisAmount>250.00</ram:BasisAmount>
<ram:CategoryCode>O</ram:CategoryCode>
</ram:ApplicableTradeTax>
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:CalculatedAmount>190.00</ram:CalculatedAmount>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:BasisAmount>1000.00</ram:BasisAmount>
<ram:CategoryCode>S</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
<!-- korrigiert: Rechnung komplett nicht steuerbar, genau eine O-Gruppe -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:CalculatedAmount>0.00</ram:CalculatedAmount>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:ExemptionReason>Nicht der Umsatzsteuer unterliegend</ram:ExemptionReason>
<ram:BasisAmount>250.00</ram:BasisAmount>
<ram:CategoryCode>O</ram:CategoryCode>
</ram:ApplicableTradeTax>
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Gepflegt von Emilio Irmscher, Gründer von Belegschmied. Über den Autor