BR-O-12: Nicht steuerbare Rechnung enthält Positionen mit anderer Steuerkategorie
Sobald die Steueraufschlüsselung die Kategorie O (nicht steuerbar) enthält, müssen alle Rechnungspositionen ebenfalls Kategorie O tragen. Gemischte Rechnungen sind unzulässig.
An Invoice that contains a VAT breakdown group (BG-23) with a VAT category code (BT-118) "Not subject to VAT" shall not contain an Invoice line (BG-25) where the Invoiced item VAT category code (BT-151) is not "Not subject to VAT".
Die Kategorie O steht für Umsätze, die gar nicht der Umsatzsteuer unterliegen (Not subject to VAT), etwa echter Schadensersatz oder Vorgänge außerhalb des Umsatzsteuersystems. Die Norm behandelt O als Alles-oder-nichts: Entweder die ganze Rechnung ist nicht steuerbar, oder gar nichts davon.
Was die Regel prüft
Enthält die Steueraufschlüsselung (BG-23, die Gruppe mit den Steuersummen je Kategorie) einen Eintrag mit dem Kategorie-Code O (BT-118), dann darf keine Rechnungsposition (BG-25) eine andere Steuerkategorie tragen. Der Kategorie-Code jeder Position (BT-151, BT = Business Term, das nummerierte Feld der Norm) muss dann ebenfalls O sein. BR-O-11 verbietet parallel weitere Aufschlüsselungs-Gruppen, BR-O-13 und BR-O-14 prüfen dasselbe für Nachlässe und Zuschläge auf Dokumentebene.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Der typische Auslöser ist eine gemischte Rechnung: normale Leistungen mit 19 % plus eine Position, die als nicht steuerbar markiert wurde, zum Beispiel ein durchlaufender Posten oder eine Schadensersatzpauschale. Sobald die Software für die O-Position eine eigene Aufschlüsselungs-Gruppe anlegt, schlägt die Prüfung auf alle anderen Positionen an.
Zweiter Fall: Die Software wählt O als vermeintliche Kategorie für „0 % Steuer", obwohl eigentlich eine Steuerbefreiung (E), Reverse Charge (AE) oder eine innergemeinschaftliche Lieferung (K) gemeint ist. Dann passt O weder zur Rechnung noch zu den Positionen.
So behebst du den Fehler
Entscheide zuerst, was fachlich stimmt. Ist die ganze Rechnung nicht steuerbar, setz alle Positionen auf Kategorie O. Ist nur ein Teil nicht steuerbar, trenne die Umsätze auf zwei Rechnungen, die Norm lässt keine Mischung mit O zu. War O nur ein falsch gewählter Null-Prozent-Code, ersetze ihn durch die richtige Kategorie (E, AE oder K). Belegschmied lässt beim Erstellen nur konsistente Kategorie-Kombinationen zu, sodass dieser Zustand gar nicht erst entsteht.
XML-Beispiel: vorher und nachher
<!-- verletzt BR-O-12: Aufschlüsselung sagt O, Position trägt S -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>O</ram:CategoryCode>
</ram:ApplicableTradeTax>
<!-- … -->
<ram:IncludedSupplyChainTradeLineItem>
<!-- … -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>S</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
</ram:ApplicableTradeTax>
</ram:IncludedSupplyChainTradeLineItem>
<!-- korrigiert: gesamte Rechnung nicht steuerbar, Position ebenfalls O ohne Steuersatz -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>O</ram:CategoryCode>
</ram:ApplicableTradeTax>
<!-- … -->
<ram:IncludedSupplyChainTradeLineItem>
<!-- … -->
<ram:ApplicableTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>O</ram:CategoryCode>
</ram:ApplicableTradeTax>
</ram:IncludedSupplyChainTradeLineItem>
Rechnung selbst prüfen
Lade deine Datei hoch und sieh in Sekunden, welche Regeln sie besteht und welche nicht. Kostenlos, ohne Anmeldung, nichts wird gespeichert.