BR-AE-07: Zuschlag mit Reverse Charge muss Steuersatz 0 haben
Ein Zuschlag auf Dokumentebene trägt die Steuerkategorie AE (Reverse Charge), aber sein Steuersatz ist nicht 0. Typischer Auslöser sind Versand- oder Fahrtkosten mit voreingestellten 19 %.
In a Document level charge (BG-21) where the Document level charge VAT category code (BT-102) is "Reverse charge" the Document level charge VAT rate (BT-103) shall be 0 (zero).
AE ist der Kategorie-Code für Reverse Charge, also die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft nach §13b UStG, im Handwerk vor allem bei Bauleistungen zwischen Unternehmern. Diese Regel ist das Gegenstück zu BR-AE-06, nur für Zuschläge statt Nachlässe.
Was die Regel prüft
Trägt ein Zuschlag auf Dokumentebene (BG-21, ein Business-Term-Block der Norm, etwa eine Fahrt- oder Transportpauschale auf die Gesamtrechnung) im Feld BT-102 die Kategorie AE, muss sein Steuersatz (BT-103) exakt 0 sein. Ein anderer Wert oder ein fehlender Satz verletzt die Regel.
Warum sie in der Praxis fehlschlägt
Der klassische Fall: Die eigentlichen Bauleistungen sind korrekt mit AE und 0 % ausgezeichnet, aber der Zuschlag für Anfahrt, Verpackung oder Fracht kommt aus einer Vorlage, in der 19 % hinterlegt sind. Steuerlich ist das doppelt falsch: Nebenleistungen teilen das Schicksal der Hauptleistung, eine Anfahrt zu einer §13b-Bauleistung fällt also ebenfalls unter Reverse Charge.
Zweiter Auslöser: Die Software schreibt die Kategorie AE an den Zuschlag (weil die Rechnung sie von den Positionen erbt), lässt das Feld für den Steuersatz aber leer, statt die von der Norm verlangte explizite 0 zu setzen.
So behebst du den Fehler
Setz am Zuschlag Kategorie AE und Steuersatz 0, konsistent zu den Positionen, zu denen er gehört. Wenn deine Software für Zuschläge einen Standardsteuersatz vorbelegt, prüf diese Voreinstellung bei jeder Reverse-Charge-Rechnung. Belegschmied übernimmt Kategorie und Satz für Zuschläge automatisch aus dem Steuerkontext der Rechnung.
Kontrolliere anschließend die Steueraufschlüsselung: Der Zuschlag muss dort in die Bemessungsgrundlage der AE-Zeile eingerechnet sein, sonst meldet der Validator als Nächstes BR-AE-08.
XML-Beispiel: vorher und nachher
<!-- verletzt BR-AE-07: Zuschlag mit Kategorie AE, aber Steuersatz 19 -->
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>true</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
<ram:ActualAmount>85.00</ram:ActualAmount>
<ram:Reason>Anfahrtspauschale</ram:Reason>
<ram:CategoryTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>AE</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>19</ram:RateApplicablePercent>
</ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
<ram:ChargeIndicator><udt:Indicator>true</udt:Indicator></ram:ChargeIndicator>
<ram:ActualAmount>85.00</ram:ActualAmount>
<ram:Reason>Anfahrtspauschale</ram:Reason>
<ram:CategoryTradeTax>
<ram:TypeCode>VAT</ram:TypeCode>
<ram:CategoryCode>AE</ram:CategoryCode>
<ram:RateApplicablePercent>0</ram:RateApplicablePercent>
</ram:CategoryTradeTax>
</ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge>
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Regeln, die oft zusammen auftreten
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