Automatisch E-Rechnungen versenden – einfach per E-Mail, ohne Software-Wechsel
Wer regelmäßig E-Rechnungen verschickt, will den Workflow nicht jedes Mal manuell durchklicken. So funktioniert der CC-Workflow mit Belegschmied: Rechnung wie gewohnt schreiben, Adresse in CC, fertige EN-16931-Rechnung beim Empfänger.
Wenn die E-Rechnungs-Pflicht 2027 oder 2028 greift, ist das Thema nicht damit erledigt, eine valide ZUGFeRD-Datei zu erzeugen. Es geht in der täglichen Praxis darum, dass dieser Vorgang sich nicht wie ein zusätzlicher Arbeitsschritt anfühlt – sonst hast du die Rechnungs-Routine eines kleinen Betriebs dauerhaft um zwei bis fünf Minuten pro Vorgang verlangsamt.
Es gibt einen Weg, der genau das vermeidet: den CC-Workflow. Du schreibst deine Rechnung wie immer, schickst sie per Mail an deinen Kunden – und setzt eine zusätzliche Adresse in CC. Den Rest übernimmt ein Service im Hintergrund. Dieser Artikel zeigt, wie das funktioniert, warum es technisch sauber ist und welche Stolpersteine zu beachten sind.
Die Grundidee
Der CC-Workflow basiert auf einer einfachen Beobachtung: Wenn der Kunde sowieso eine Mail mit der PDF im Anhang bekommen soll, kann eine zweite Adresse parallel dieselbe Mail erhalten und sie weiterverarbeiten.
Konkret bei Belegschmied:
- Du schreibst deine Rechnung wie gewohnt in Word, Excel, deiner Branchensoftware – egal womit.
- Du exportierst als PDF und hängst sie an eine Mail an deinen Kunden.
- Du setzt deine persönliche Belegschmied-Versand-Adresse in CC (sieht aus wie
versand-xyz123@out.belegschmied.de). - Du sendest die Mail.
Was dann passiert:
- Dein Kunde bekommt deine Mail mit der PDF wie gewohnt
- Belegschmied bekommt parallel dieselbe Mail
- Belegschmied extrahiert die Daten aus der PDF, validiert sie gegen EN 16931, erzeugt eine konforme ZUGFeRD-Datei und stellt sie dem Empfänger zu – in deinem Namen, von deiner Versand-Adresse
- Die strukturierte Originaldatei wandert in das GoBD-konforme Archiv für mindestens 8 Jahre
- Du bekommst eine Bestätigungs-Mail mit Validierungsstatus
Der Empfänger sieht eine PDF, die optisch identisch ist mit deiner ursprünglichen – nur dass jetzt eine maschinenlesbare XML eingebettet ist. Seine Buchhaltungssoftware kann die Rechnung automatisch verbuchen.
Was das technisch sauber macht
Drei Punkte, die den CC-Workflow von "Bastellösung" unterscheiden.
Validierung vor dem Versand. Bevor Belegschmied die Rechnung an den Empfänger schickt, läuft sie durch einen vollständigen EN-16931-Schematron-Validator und die deutschen CIUS-Regeln (BR-DE-Codes). Schlägt etwas an – Rundungsdifferenz, fehlender Leistungszeitraum, falsche USt-IdNr. – geht die Rechnung nicht raus, sondern landet in deiner Freigabe-Liste mit konkretem Fehlerhinweis. Du korrigierst und gibst frei. Welche Fehler typisch sind, steht im Fallstricke-Artikel.
Konsistenz-Check. Bei der erzeugten ZUGFeRD-Datei stellt Belegschmied sicher, dass die PDF-Anzeige und die eingebettete XML dieselben Beträge enthalten. Das BMF hat im Schreiben vom 15. Oktober 2025 klargestellt, dass bei Abweichungen steuerlich ausschließlich die XML gilt – wenn beide Schichten konsistent sind, kann da nichts auseinanderlaufen.
Audit-Trail. Jeder Vorgang landet in einem revisionssicheren Protokoll: Wer hat wann freigegeben (oder lief es automatisch durch?), welche deterministischen Checks waren grün, welche Felder hat ein menschlicher Korrektor verändert, wie hoch war die KI-Confidence. Das ist gerade im Streitfall oder bei einer Betriebsprüfung Gold wert.
Was du einmal einrichten musst
Vor der ersten Rechnung gibt es einen kurzen Einrichtungs-Vorgang, der etwa fünfzehn Minuten dauert:
Workspace anlegen. Bei Belegschmied registrieren, Workspace-Namen wählen, Empfangs- und Versand-Adressen bekommst du automatisch zugewiesen.
Stammdaten eintragen. Vollständiger Firmenname mit Rechtsform, Anschrift, USt-IdNr. (ohne Leerzeichen!), Steuernummer, IBAN, BIC, Standard-Zahlungsbedingungen. Diese Daten überlagern die KI-Extraktion deterministisch – wenn dein Word-Briefkopf die USt-IdNr. mit Leerzeichen schreibt, korrigiert Belegschmied das automatisch, weil deine Stammdaten gewinnen.
Versand-Verhalten festlegen. Soll jede Rechnung automatisch versendet werden, sobald die deterministischen Checks (Rechnungsnummer im PDF-Text, Arithmetik, EN-16931-Validierung) grün sind? Oder willst du jede Rechnung erst manuell freigeben? Beides ist möglich, du kannst die Schwelle nach KI-Confidence setzen.
Kunden über deine neue Versand-Adresse informieren – optional. Der Empfänger sieht die Mail von deiner Belegschmied-Versand-Adresse kommen, nicht von deiner persönlichen. Wer das vermeiden will, kann das im Pro-Tier mit eigener Domain konfigurieren.
Was gegenüber der manuellen Konvertierung wegfällt
Wer den Vergleich macht: Beim manuellen Weg über einen kostenlosen Konverter (siehe so geht's) sind pro Rechnung folgende Schritte nötig:
- Rechnung in Word/Excel schreiben
- Als PDF exportieren
- Auf Konverter-Website hochladen
- Extrahierte Felder kontrollieren und korrigieren
- Validieren
- ZUGFeRD-Datei herunterladen
- ZUGFeRD-Datei per Mail an Kunden anhängen und versenden
- Datei in eigenes Archiv übertragen
- Archiv-Eintrag manuell erfassen für spätere Wiederfindbarkeit
Beim CC-Workflow fallen Schritte 3 bis 9 weg. Was bleibt: Rechnung schreiben, als PDF exportieren, Mail mit deiner CC-Adresse versenden. Alles andere läuft im Hintergrund.
Was der Kunde sieht
Eine berechtigte Frage: Verändert der CC-Workflow den Eindruck, den der Empfänger bekommt? Nein, in der praktischen Wirkung nicht.
- Der Empfänger bekommt zwei Mails: deine Original-Mail mit der PDF-Rechnung, und kurz darauf die Belegschmied-Mail mit der ZUGFeRD-Datei (visuell identisch, mit eingebetteter XML)
- Beide Mails kommen aus deinem Namen, mit deinen Stammdaten
- Beide Mails enthalten dieselben Beträge
- Im Pro-Tier kannst du die zweite Mail auch unterdrücken, sodass nur die ZUGFeRD-Datei rausgeht
Wer den Service vor den Augen seiner Kunden komplett verstecken will, kann das im höheren Tarif machen.
Wann der CC-Workflow nicht passt
Vier Fälle, in denen ein anderer Weg sinnvoller ist:
Du versendest hunderte Rechnungen im Monat. Dann ist auch die CC-Mail pro Rechnung ein manueller Schritt zu viel. Für große Stückzahlen gibt es die Einlieferung per REST-API oder Power-Automate-Flow – gleiche Verarbeitung, aber ohne dass jemand pro Rechnung eine Mail schreibt.
Du brauchst sowieso eine komplette Buchhaltungssoftware. Wer Belege erfassen, Bankverkehr abgleichen, Umsatzsteuervoranmeldung erzeugen und DATEV-Export bauen will, ist mit einer All-in-One-Lösung wie sevdesk, Lexware Office oder DATEV Unternehmen Online besser bedient. Belegschmied löst die E-Rechnung, nicht die Buchhaltung. Mehr dazu im Drei-Wege-Vergleich.
Du versendest fünf Rechnungen pro Jahr. Dann reicht der kostenlose Online-Konverter (siehe Anleitung) – unser PDF-zu-ZUGFeRD-Tool macht genau das, ohne Anmeldung. Der CC-Workflow wäre bei dem Volumen Overkill.
Du hast schon eine ERP-Anbindung. Großbetriebe mit etabliertem ERP-System brauchen eine ERP-Integration, üblicherweise vom Hersteller selbst.
Was es kostet
- Kostenlose Tools: PDF zu ZUGFeRD und die übrigen Tools laufen ohne Konto und ohne Kosten. Gedacht für Einzelfälle, nicht für den laufenden Versand.
- Pro: 29 €/Monat für Versand und Empfang zusammen, bis 250 Rechnungen im Monat, DATEV-Export und Freigabe-Modus. 30 Tage kostenlos testen, Karte wird hinterlegt, vor Ablauf kündbar ohne Abbuchung.
- Business: 99 €/Monat für höhere Volumen, beliebig viele Nutzer und Versand unter eigener Domain.
- Nur Empfang: 5 €/Monat, wenn du selbst noch keine E-Rechnungen verschickst.
Alle Tarife sind monatlich kündbar. Archiviert wird 10 Jahre, die gesetzliche Belegfrist für Rechnungen liegt bei 8 Jahren (§ 147 AO, § 14b UStG) – siehe auch den BMF-Schreiben-Artikel. Details auf der Preisseite.
Was du jetzt tun kannst
Drei Schritte, um den CC-Workflow auszuprobieren:
- Testphase starten, Stammdaten eintragen, Versand-Adresse notieren.
- Eine Test-Rechnung an dich selbst (oder einen befreundeten Empfänger) mit Belegschmied in CC schicken. Du siehst direkt, wie die fertige ZUGFeRD-Datei aussieht und welche Bestätigungs-Mail du selbst bekommst.
- Stammdaten kalibrieren. Wenn die deterministischen Checks meckern (typisch beim ersten Versuch), liegt das fast immer an Lücken in den Stammdaten. Einmal sauber, immer sauber.
Automatischer Versand per Mail ist die kleinste mögliche Workflow-Veränderung gegenüber dem, was du heute machst – eine Adresse in CC. Mehr ist es nicht.
Belegschmied bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Google zeigt dir Seiten deiner bevorzugten Quellen häufiger in den Suchergebnissen und kennzeichnet sie in den KI-Übersichten. Du brauchst dafür nur ein Google-Konto, die Auswahl gilt auf allen Geräten und lässt sich jederzeit zurücknehmen.
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