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E-Rechnung erstellen mit Word — der ehrliche Workflow vom DOCX zur EN-16931-Datei

Eine Word-Vorlage ist ab 2028 keine E-Rechnung mehr. Aber du musst Word nicht aufgeben — der Schritt vom DOCX zur strukturierten E-Rechnung dauert wenige Minuten, kostenlos und ohne Software-Wechsel.

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Belegschmied-Team
1. Juli 2026 8 Min.

Schätzungen zufolge schreibt rund die Hälfte aller deutschen Selbstständigen und kleinen Betriebe ihre Rechnungen heute noch in Word. Die Vorlage sitzt, das Logo steht an der richtigen Stelle, die Schrift passt zur Marke. Dann kommt 2028 die E-Rechnungs-Pflicht — und mit ihr die Aussage: "Eine Word-Datei ist keine E-Rechnung mehr."

Stimmt. Und macht trotzdem nicht den Workflow kaputt. Word ist ab dem Stichtag (2027 für Betriebe über 800.000 € Vorjahresumsatz, 2028 für alle anderen) kein finales Rechnungsformat mehr, das stimmt. Aber als Zwischenstation auf dem Weg zu einer EN-16931-konformen E-Rechnung darf Word bleiben. Das ist das, was die meisten Software-Anbieter aus naheliegenden Gründen nicht erzählen.

Dieser Artikel zeigt den Weg vom DOCX zur ZUGFeRD-Datei Schritt für Schritt, mit kostenlosen Tools, ohne Software-Wechsel.

Warum Word nicht selbst E-Rechnung kann

Damit klar ist, warum überhaupt ein Zwischenschritt nötig ist: Eine Word-Datei kennt zwar Tabellen und Layout, aber keine Semantik. Word weiß, dass 2026-088 ein Text in einer Tabellenzelle ist — aber nicht, dass es sich um eine Rechnungsnummer handelt. Genauso bei der IBAN, dem Steuersatz, dem Bruttobetrag. Die Bedeutung der Felder steckt nur in deinem Kopf und im optischen Layout.

Eine E-Rechnung nach EN 16931 verlangt das Gegenteil: einen XML-Datensatz, in dem jedes Feld eindeutig einem Element zugeordnet ist (<RechnungsNummer>, <EmpfaengerName>, <PositionsBetrag> und so weiter — vereinfacht gesagt). Diese Struktur kann Word nicht erzeugen, auch nicht mit dem besten Add-In, weil das Quelldokument schlicht keine semantische Information enthält.

Was Word kann, ist eine PDF zu erzeugen, die wir dann durch einen Konverter jagen, der aus dem visuellen Layout per KI die Felder herausliest und in EN-16931-XML packt.

Der Workflow Schritt für Schritt

Schritt 1: Word-Vorlage aufräumen. Bevor du losziehst, lohnt ein Blick auf deine vorhandene Vorlage. Fünf Dinge müssen drin sein, sonst gibt es beim Konvertieren regelmäßig Validierungsfehler:

  • Vollständige USt-IdNr. Ohne Leerzeichen, also DE123456789, nicht DE 123 456 789. Sonst greift BR-DE-13.
  • Empfänger-Anschrift komplett. Straße, Hausnummer, PLZ, Ort, Land. Keine Abkürzungen, kein "z. Hd.".
  • Eindeutige Rechnungsnummer. Lückenlos, einmalig. Bei Word-Vorlagen ist die laufende Nummer oft der schwierigste Teil — wer das manuell macht, vergisst gerne Lücken.
  • Leistungsdatum. Wenn es vom Rechnungsdatum abweicht, ist es Pflicht nach § 14 UStG. Im Word steht das oft als Fließtext am Ende; das ist okay für die Konvertierung, solange es eindeutig formuliert ist.
  • Skonto-Hinweis im richtigen Format. "Zahlbar binnen 14 Tagen mit 2 % Skonto" liest die KI in der Regel korrekt, aber für die EN 16931 wird daraus #SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.50#. Wenn dein Skonto-Wording sehr kreativ ist, kann das schiefgehen. Lieber knapp und unmissverständlich.

Wer die häufigsten Fallstricke einer einzelnen Rechnung sehen will, findet sie konzentriert im Fallstricke-Artikel.

Schritt 2: Rechnung wie gewohnt in Word schreiben. Du musst nichts ändern an der Art, wie du arbeitest. Vorlage öffnen, Felder ausfüllen, fertig.

Schritt 3: Als PDF exportieren. In Word: Datei → Speichern unter → PDF. Wichtig dabei: Das Standard-PDF aus Word ist ein normales PDF, kein PDF/A-3. Das brauchst du an der Stelle aber auch noch nicht — der Konverter macht im nächsten Schritt aus deiner PDF die ZUGFeRD-konforme PDF/A-3.

Schritt 4: Konverter aufrufen. Bei belegschmied.de/tools/pdf-zu-zugferd lädst du die Word-PDF hoch. Anonym, ohne Anmeldung, mit Tageslimit (3 Konvertierungen pro Tag im Free-Tools-Bereich).

Schritt 5: Felder kontrollieren. Die KI extrahiert in wenigen Sekunden alle Daten aus der PDF und zeigt sie in einer übersichtlichen Maske. Drei Stellen, an denen du immer kurz hinschauen solltest:

  • IBAN. Zeichen für Zeichen vergleichen. 0 vs. O, 1 vs. l, 5 vs. S — das sind die typischen Verwechslungen.
  • Beträge und Summen. Wenn deine Word-Tabelle Rundungen anzeigt, kann die Summe in der XML leicht abweichen. Wenn der Konverter eine Diskrepanz meldet, korrigiere die Positionen, nicht die Summe.
  • Steuerkategorie bei Sonderfällen. Bauleistung an Generalunternehmer ohne Umsatzsteuer (§ 13b UStG) braucht Code AE, nicht S 0%. Bei Kleinunternehmern (§ 19 UStG) ist es Code E. Manche Konverter raten hier defensiv und du musst die Kategorie explizit setzen.

Schritt 6: Validieren und herunterladen. Vor der Erzeugung läuft die Rechnung durch den EN-16931-Schematron-Validator und die deutschen CIUS-Regeln (BR-DE-Codes). Was anschlägt, wird konkret angezeigt — du korrigierst und prüfst erneut. Wenn alles grün ist, bekommst du eine ZUGFeRD-PDF/A-3 zum Download.

Schritt 7: Versenden. Die ZUGFeRD-Datei verschickst du wie jede andere PDF per Mail. Dein Empfänger sieht eine ganz normale Rechnung, seine Buchhaltungssoftware liest die strukturierte XML im Hintergrund automatisch ein.

Schritt 8: Archivieren. Die strukturierte Originaldatei muss mindestens 8 Jahre revisionssicher aufbewahrt werden (in bestimmten Fällen 10 Jahre — siehe BMF-Schreiben-Artikel). Das ist der Punkt, den der kostenlose Konverter nicht löst.

Was bei Word-Vorlagen besonders oft schiefgeht

Aus unserer Validierungs-Pipeline sehen wir täglich Word-PDFs, und es sind immer dieselben fünf Probleme, die hochkommen. Wir haben sie im Word-und-Excel-Artikel ausführlich diskutiert, hier die Kurzform:

  1. Skonto im Freitext. Die EN 16931 will ein striktes Format. Lass deinen Skonto-Satz so knapp wie möglich — "2 % Skonto bei Zahlung binnen 14 Tagen, sonst netto 30 Tage" lässt sich gut konvertieren.
  2. Excel-Rundungsfehler. Wenn du Word-Vorlagen mit Excel-Berechnungen kombinierst, runden die Anzeigeformate gerne unterschiedlich. Sicherheitshalber manuell nachrechnen.
  3. Fehlender Leistungszeitraum. Pflicht, wenn vom Rechnungsdatum abweichend. In vielen Word-Vorlagen unten klein am Rand — gerne mal vergessen.
  4. USt-IdNr. mit Leerzeichen. Optisch schöner, EN-16931-technisch falsch. Korrekt ist DE123456789.
  5. Falsche Steuerkategorie bei Reverse Charge. Im Word unsichtbar, beim Empfänger ein Problem.

Wann der manuelle Weg reicht

Der Word-plus-Konverter-Weg ist die richtige Wahl, wenn:

  • Du weniger als fünf bis zehn Rechnungen pro Monat schreibst
  • Du Spaß daran hast, deine Rechnungen einzeln kontrollieren zu können
  • Du die Archivierung extern lösen kannst (zum Beispiel über deine Steuerberatung)

Sobald das Volumen steigt, geht der Charme verloren: Zwei bis fünf Minuten manuelle Prüfung pro Rechnung summieren sich, das Tageslimit beim Konverter wird zum Engpass, und die 8-Jahre-Archivierung der Originaldatei wird ein echtes Problem.

Der nächste Schritt: Word + automatischer Workflow

Wer Word behalten will und trotzdem keine manuelle Konvertierung pro Rechnung möchte, hat genau die Lösung, für die wir Belegschmied gebaut haben. Du schreibst deine Rechnung weiter in Word, exportierst als PDF, schickst sie wie gewohnt an deinen Kunden — und setzt unsere Adresse in CC. Wir extrahieren die Daten, validieren, erzeugen die ZUGFeRD-Datei und stellen sie dem Empfänger zu. Die GoBD-konforme Archivierung läuft automatisch.

Wie das im Detail aussieht, steht auf belegschmied.de mit Screenshots aus dem Produktivbetrieb. Im Pro-Tier ab 14,90 €/Monat ist alles enthalten.

Kurz zusammengefasst

Word ist ab Stichtag kein finales E-Rechnungs-Format mehr — als Quelldokument auf dem Weg zur EN-16931-konformen ZUGFeRD-Datei darf Word aber bleiben. Der Konvertierungs-Schritt ist mit kostenlosen Tools in wenigen Minuten erledigt, vorausgesetzt deine Vorlage hat die fünf typischen Probleme nicht.

Wer einmal die Mechanik verstanden hat, kann entscheiden: jedes Mal manuell konvertieren, oder den Schritt automatisieren. Beides ist legitim — die Pflicht ist in beiden Fällen erfüllt.

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